In der letzten Zeit gab es viele schriftliche Informationen und mündliche Haustürgespräche, die dazu führten, dass Menschen eine Unterschrift zu der Aussage geleistet haben: „Die Unterzeichner fordern die Gemeinde auf, von der Planung, Windräder im Bereich Costa-Kiesa/ Kringelweg zuzulassen, Abstand zu nehmen. Windräder gehören nicht in ein von vielen Bürgern geschätztes Naherholungsgebiet mit mehreren Biotopen und vielfältiger Vogelwelt. Sie dürfen Anwohnerinnen und Anwohner durch Lärm auch nicht in ihrer Lebensqualität beeinträchtigen. Das kann nicht Sinn und Zweck der angestrebten Klimaneutralität sein. Bitte haben Sie die Sorgen und Wünsche vieler Bürgerinnen und Bürger von Wilstedt und Wilstedt-Siedlung im Blick.“
Das alles sind sehr allgemeine Aussagen und enthalten keine Fakten, auf die man sich berufen oder die man objektiv nachvollziehen kann. Soweit uns bekannt ist, wurde sich dabei mit den Fakten von Befürwortern von Windkraftanlagen nie auseinandergesetzt bzw. sie wurden bei der Umfrage nicht erwähnt, was wir sehr bedauern.
Nun wird behauptet, es seien schon Verträge geschlossen worden. Dazu gibt es keine konkreten gesicherten Informationen, genauso wenig wie über die angebliche Höhe im Vergleich des Fernsehturms. Bis jetzt sind das lediglich Behauptungen, ein nachprüfbarer schriftlicher Beweis fehlt bis heute.
Da aber grundsätzlich eine Bürgerinformationsveranstaltung in Planung ist, möchten wir hier im Moment nicht weiter im Detail darauf eingehen.
Wie oben schon erwähnt wird immer wieder darauf hingewiesen, dass allein aufgrund der vielen Unterschriften ein „Bürgerwille“ dokumentiert ist. Allerdings genügt das allein so nicht. Es gibt gesetzliche Grundlagen für einen Bürgerentscheid (nicht Bürgerwille), und das aus gutem Grund. Denn es geht nicht darum, dass wer am lautesten schreit, Recht hat, sondern der, der eine solide Faktenlage bietet.
Zunächst einmal muss unterschieden werden zwischen einem Bürgerbegehren und einem Bürgerentscheid. Einen „Bürgerwillen“ gibt es weder laut Duden, noch Wikipedia. Also sprechen wir doch, um genau zu bleiben, von einem Bürgerbegehren, dem Vorläufer für einen Bürgerentscheid. Den Weg zum Bürgerentscheid als gesetzliches Instrument kann man im Detail nachzulesen im Leitfaden für „Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in Schleswig-Holstein“.
Aber ganz unabhängig davon wäre es doch viel sinnvoller, dass sich alle an einen Tisch setzen und miteinander reden. Viele Bürger sind in die Gemeinde gezogen, weil sie die ländliche Umgebung und das Leben dort einfach lebenswert finden. Dazu gehört aber auch, sich konstruktiv ins Dorfleben einzubringen, wozu es die unterschiedlichen Möglichkeiten und Angebote gibt. Es ist schade, wenn das Einbringen lediglich in Ablehnung von Neuem besteht, ohne konkrete positive eigene Vorschläge zu machen. So auch beim Thema Erneuerbare Energien. Hier könnten sich sogar die Möglichkeiten von Bürgerbeteiligungen im Rahmen von Bürgerenergiegenossenschaften geben. Daran kann dann auch die Gemeinde selbst teilhaben und so z.B. den angeschlagenen Haushalt mithelfen zu sanieren. Das käme allen zugute, weil es weniger Streit um Kita-Gebühren und ähnliches geben muss.
Wir sind offen für und recherchieren jede Art der Erneuerbaren Energie, die für die jeweils unterschiedlichen Ortsteile der Gemeinde Tangstedt in Frage kommen könnten. Und wir freuen uns auf jedes konstruktive Gespräch und auch gerne eine Mitarbeit.
Lasst uns miteinander und nicht übereinander reden.